Springstraße 115, 37077 Göttingen

Vereinshistorie

Unsere Geschichte anhand wichtiger Meilensteine

1895

Im Sommer 1895 fanden sich 30 begeisterte Männer in der „Taverna“ (Weender Hof) zusammen, um einen Turnverein zu gründen. Doch aller Anfang ist schwer. Es fehlte zunächst an einer geeigneten Turnstätte ebenso wie an Turngeräten – und es fehlte natürlich am Geld. So blieb es zunächst bei volkstümlichen Freiübungen. Das änderte sich erst, als der Wirt des Gründungslokals eine alte Scheune zu Turnzwecken kostenlos zur Verfügung stellte. Zu den ersten Turngeräten gehörte ein Barren, den der Turnbruder August Freter – seines Zeichens Schmied, selber anfertigte und zur Verfügung stellte. Es musste sich dabei um eine gute Arbeit gehandelt haben, wurde dieser Barren doch 1907 an den TSV Herberhausen verkauft. Die alte Scheune des Wirtes schien nicht die optimale Trainingsstätte zu sein, denn schon früh machte man sich Gedanken um eine eigene Wirkungsstätte. So gab es schon 1913 einen Turnhallenbaufond von 463,50 Mark. Doch der Wunsch nach Erwerb von Eigentum ging erst 1931 in Erfüllung.

Zuvor gab es neben einigen sportlichen Erfolgen – bedeutende organisatorische Veränderungen. Im Jahre 1920 wurde die Gründung einer Frauenabteilung beschlossen, an deren Spitze – so waren die Zeiten damals – ein Mann stand.

Ein Jahr zuvor gab es auch die Verschmelzung mit dem SC Weende, die aber nach nur etwas mehr als 2 Jahren beendet wurde.

1926
Schwarz-weiß-Foto einer Fußballmannschaft mit Pokal, bestehend aus sieben Spielern und zwei Trainern vor einer Wand.

Handball ca. 1955

Dauerhaften Erfolg hatte aber 1926 die Gründung der Handballabteilung, die bis heute eine der bedeutenden Säulen des Vereinsangebots darstellt.

1931
Gruppenfoto von Arbeitern mit Schaufeln, einige tragen Arbeitskleidung, auf einer Baustelle im Freien.

Spatenstich zur Errichtung des Jahnheimes, April 1931

Im Jahre 1931 gelang es dem damaligen Vorstand unter der Leitung von Fritz Bunnemann auf dem Springberg ein über 30.000 m² großes Grundstück zu erwerben.

Steiniges Ackerland, ohne Baum und jeden Strauch. Unter Mithilfe fast aller Mitglieder (damals nur wenige hundert Mitglieder), allerdings umso motivierter. Innerhalb von zwei Jahren gelang es den Vereinsmitgliedern, das Gebiet durch Üflanzung einer Weißdornhecke einzuzäunen, ein ebenes Spielfeld zu schaffen und die gärtnerische Anlage samt Wegen herzurichten.

1931
Ein einfaches, einstöckiges Gebäude mit Holzfassade und Steinmauer, umgeben von Büschen und Bäumen.

"Rote Halle"

Unser erstes Gebäude wurde errichtet, vielen älteren Mitgliedern noch als „Rote Halle“ bekannt.

In einer alten Festzeitschrift heißt es dazu: „Viele, sehr viele Steine und Erdreich mussten mühsam abgetragen werden, bis die Grundfläche der Halle fertig war. Schon einige Wochen vorher war durch die Stilllegung einer Bauzimmerei eine, unseren Vorstellungen entsprechende Halle, günstig zu erwerben. Ohne größere Schwierigkeiten konnte sie zerlegt und auf den Berg gebracht werden. Mit einer Ausnahme: dem Dach: Es war mit schwerer Teerpappe belegt und nicht teilbar.

Mit eingeschraubten Ösen und hakenbewehrten Stricken musste es auf den Berg geschleppt werden. Mit untergelegten Rollen und Muskelkraft wurde die Arbeit endlich geschafft.

Die „Rote Halle“ Anfang der 80er Jahre wurde durch das jetzige Sanitärgebäude ersetzt.

1934
Gruppenfoto von über 70 Personen vor einem Gebäude, einige tragen historische Kleidung und eine Fahne weht im Hintergrund.

Stiftungsfest 1934 mit dem ursprünglichen Jahnheim

1934 wurde die "Rote Halle" mit einem Stiftungsfest gefeiert.

 

1936
Gruppenschüler in Sportkleidung bei der Platzweihe 1936 auf einem Rasenplatz, im Hintergrund Zuschauer.

Platzeinweihung 1936

1936 konnte dann die "Rote Halle" auf dem Berg und der Platz mit einem großen Fest eingeweiht.

Besonders an den Wochenenden erfreute sich die Halle großer Beliebtheit.
Ausgestattet mit reichlich gespendetem Geschirr entwickelte sie sich schnell zu einem beliebten Wochenendausflugsziel der Turnerfamilien. um alle Gäste anständig zu bewirten, übernahmen jeweils zwei Ehepaare den sogenannten Sonntagsdienst. Da der Berg n9och nicht an das örtliche Wassernetz angeschlossen war, wurde das Kaffee-und Würstchenwasser in Eimern aus der Weendequelle herangeschleppt.

Bald profitierte der Verein dann von Bauaktivitäten der Stadt. 1936 stellte der Verein kostenlos Gelände für den Bau eines neuen Wasserhochbehälters zur Verfügung. Ebenso kostenlos war der Wasseranschluss, den der Verein im gegenzug dafür erhielt.

1939-1945
Gruppentraining auf einem Sportplatz, 50 Personen liegen in Bauchlage auf einer Wiese und führen Übungen aus.

Freiübungen auf dem Platz beim Turnfest 1950

In den Kriegsmonaten wurde die Halle zweckentfremdet. Erst nutzte die Gau-Filmkammer sie zur Auslagerung und später zog eine Flüchtlingsfamilie ein. Schon bald konnte der Verein die Halle aber wieder für sich nutzen. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg in den Nachkriegsjahren immer weiter, so dass eine größere Halle gebaut werden sollte. Auch das umliegende Gelände wurde weiter bearbeitet. Wieder halfen die Vereinsmitglieder mit.

1948
Fünf Männer in Sportanzügen stehen mit einem Faustball auf einem Rasenplatz, aufgenommen im Jahr 1962.

1962 Gaumeister im Faustball M III

Nach dem Weltkrieg begann der Sport vielfältiger zu werden und der Tuspo machte diese Entwicklung in vorbildhafter Weise mit.

1948 wurde die Faustballabteilung gegründet.

1951

1951 sollte Deppoldshausen an die Städtische Stromleitung angeschlossen werden, es wurde nötig eine Stromleitung auf dem Vereinsgelände zu verlegen. So kam dann schließlich auch der Strom auf den Berg.

1952

Im Jahre 1952 wurde eine Vereinsbausparkasse gegründet um die Finanzierung der neuen Halle zu sichern. Etwa 100 Mitglieder gehörten der Bausparkasse an. Außerdem gab es seit 1952 Zuschüsse für Sportstätten. Monatlich zahlten die Mitglieder ihre Beiträge ein und stellten sie viele Jahre dem Verein als zinsloses Darlehen zur Verfügung. Viele Sparer verzichteten später sogar auf die Rückzahlung.

1953

Unter der Leitung von Walter Michaelis und Willi Rode entstand 1953 die Schwimmabteilung, also knapp vor der Eröffnung des Weender Freibades.

1955
Schwarz-weiß Foto einer Fußballmannschaft mit Namen der Spieler in blauer Schrift, auf einem Sportplatz vor einem Zaun.

Feldhandball Aufstieg in die Bezirksklasse auf dem alten Sportplatz 1955

1955 begann man mit dem Bau unseres Vereinsheimes, so wie wir es kennen. Zuerst wurde der Saal als Gymnastikhalle errichtet, ein Jahr später kam das Wohnhaus hinzu. Maschinen gab es nicht oder waren zu teuer, das allermeiste wurde in Handarbeit erledigt.

Der Sportbetrieb ging trotz der vielen Arbeit weiter.

1956
Gruppeneinteilung beim Bau: Mehrere Männer arbeiten mit Schaufeln am Hang, während ein weiterer Zuschauer an der Rampe steht.

Arbeitseinsatz beim Jahnheim 1957

Am 30.09.1956 wurde die neue Halle nach durchgearbeiteter Nacht feierlich eingeweiht.

Im Anschluss sollte ein Wohnhaus mit Wirtschaftsräumen gebaut werden. Drei Jahre sollte es dauern, bis der Bau schließlich als Gemeinschaftswerk vieler fleißiger Vereinsmitglieder abgeschlossen werden konnte. Eine letzte Hürde wurde durch den Anschluss an die Kanalisation genommen. Die ersten Mieter konnten in das Wohnhaus einziehen.

1957
Bauarbeitende Menschen im Ziegelsteinlager, umgeben von gestapelten Ziegeln und Halbfertigen Wänden.

Arbeitseinsatz beim Bau des Jahnheimes 1957

Viele Mitglieder opferten 500 – 600 Stunden ihrer Freizeit für die Arbeiten auf dem Vereinsgelände.

1958
Fünf Bauarbeiter stehen auf einer Rohbaustelle, umgeben von Steinen und Bäumen, während sie an einer Mauer arbeiten.

Arbeitseinsatz beim Bau des Jahnheimes 1958

„Einer der bedeutendsten Einsätze war der Tag des Parkettverlegens. Turner und Turnerinnen, alte und junge, waren in der Halle versammelt. Die Frauen und Jugendlichen „federten“ die Parketthölzer, andere brachten sie den wenigen „Fachleuten“ aus dem Verein. Die legten vorschriftsmäßig Holz an Holz.

1958
Gruppierung von Männern an einem langen Tisch im Freien, beim Essen unter Bäumen, mit einem roten Gebäude im Hintergrund.

Wenn die Kräfte erlahmen wollten, wurde eine Pause gemacht. Nach kräftiger Stärkung ging die Arbeit wei-ter, Stunde um Stunde. Um Mitternacht reichte Heinrich Wolter noch einmal Kaffee und belegte Brötchen. Als die Sonne über dem Walde aufging, war die Arbeit getan. Rund 180 m² Parkett waren fachmännisch sauber verlegt. Ein Tausender war wieder verdient.“

1958
Gruppe von Männern unterschiedlicher Altersgruppen vor einem Rohbau, einige stehen, andere auf einem Balkon.

Rohbau Wohnhaus (1958)

Rohbau Wohnhaus 1958

Heute ist das Jahnheim nicht nur Mittelpunkt. des gesellschaftlichen Vereinslebens. Man kann die Räumlichkeiten auch für private Feiern mieten. Für Hochzeiten besonders beliebt und stark nachgefragt, und zu Sylvester hat man einen traumhaften Blick auf das Feuerwerk in Göttingen.

1964

1964 kam die Skiabteilung unter Wilfried Merker hinzu. Diese Abteilung ist leider längst Opfer des Klimawandels geworden.

Zu Beginn des Jahres 1964 löste sich der TTV Weende auf und die Tischtennisspieler wechselten zum Tuspo Weende. Grund der Auflösung war, dass man nicht genug Vorstandsmitglieder fand.
Das Problem, nicht genug Engagierte für die Vereinsarbeit zu finden, scheint also nicht ganz neu zu sein.

1967

Volleyball erfreute sich Ende der 60er Jahre zunehmender Beliebtheit, die Volleyballabteilung wurde im Jahre 1967 gegründet.

1967
Turner Dieter Herzog in der Übung am Langbarren, während einer Wettkampfveranstaltung mit Zuschauern im Hintergrund.

"Korki"- Dieter Herzog beim Schauturnen am Barren.

Der "Vater und Förderer" des Kunstturnens im Tuspo in seinen Turnjahren.

Nicht nur das Vereinsangebot entwickelte sich, auch das „Turnen“ veränderte sein Erscheinungsbild - auch im Tuspo Weende. Die Gerätturnabteilung war nach wie vor eine wichtige Stütze des Vereins, neue turnerische Angebote kamen hinzu. Mukiturnen (Mutter und Kind-Turnen), Er&Sie-Gymnastik, Jedermann-Turnen und die ersten Fitnessangebote. 

1968
Gruppe von fünf Männern und fünf Frauen in Sporttrikots auf einer Wiese vor einem Bauwerk.

Tusporaner 1968 vor dem Berliner Olympiastadion.

Tusporaner 1968 vor dem Berliner Olympiastadion.

Im Jahr 1968 fanden im Olympiastadion Berlin die 68. Deutschen Leichtathlethik-Meisterschaften statt.

1978
Gruppenfoto von 40 Personen in einem Saal, sitzend und stehend, kleidungsmäßig vielfältig und in fröhlicher Stimmung.

Wanderngruppeb eim 100-Jährigen Jubiläum

Nicht nur das Vereinsangebot entwickelte sich, auch das „Turnen“ veränderte sein Erscheinungsbild - auch im Tuspo Weende. Die Gerätturnabteilung war nach wie vor eine wichtige Stütze des Vereins, neue turnerische Angebote kamen hinzu. Mukiturnen (Mutter und Kind-Turnen), Er&Sie-Gymnastik, Jedermann-Turnen und die ersten Fitnessangebote. Oder auch die Wanderabteilung, die von Artur Müller gegründet wurde, aber seit 1978 von Dieter Borchert geleitet wurde.

1979

Zu Beginn der 80er Jahre begann mit Boris Becker und Steffi Graf der Tennisboom. Der Tuspo Weende gründete im Nov. 1979 die Tennisabteilung, die bald ihren Spielbetrieb auf drei Plätzen aufnahm.

Die Mitgliederzahlen der Abteilung stiegen rasant, Platzreservierungen waren ein Dauerthema.

Ein vierter Platz wurde geschaffen und 1995 sogar ein fünfter.

So entstand im Laufe der Jahre auf dem Springberg eine der schönsten Tennisanlagen der Region.

Zunächst gab es noch keine Duschen, primitive Umkleidemöglichkeiten gab es nur in der „Roten Halle“. Ein „echtes Sanitärgebäude“ musste her, Pläne geschmiedet und 1982 der Bauantrag gestellt.

1982

Bau des Sanitärgebäudes 1982

Umkleideräume, Duschen, und ein „Jugendraum“ entstanden. Auch diesmal ging nichts ohne Eigenleistung, insbesondere der Vorstand unter Helmut Heepe brachte viel Zeit und Engagement für dieses Bauprojekt auf. Das Gebäude wurde natürlich nicht nur von den zahlreichen Tennisspielenden genutzt, sondern auch von den Faustballern, die über viele, viele Jahre in den Sommermonaten ihr Training auf dem Rasenplatz absolvierten. 

Ende der 80er Jahre gab es sogar Überlegungen, das Jahnheim und das Sanitärgebäude zu verbinden und damit einen größeren Saal zu schaffen. Diese Überlegungen wurden aber letztlich nicht weiterverfolgt.

1985
Schwarz-Weiß-Foto eines ehemaligen Gebäudekomplexes mit Laubbäumen im Vordergrund und einem Schornstein auf der linken Seite.

Turnhalle Weendespring (heutiges Turnzentrum)

Turnhalle am Weendespring

Am 11. Okt. 1985 war es endlich soweit: Vertreter der Stadt Göttingen und des Tuspo Weende weihten die neue Turnhalle „Am Weendespring“ als Kunstturnzentrum ein. Doch neu war die Halle eigentlich nicht, gehörte das Gebäude neben der Weender Feuerwehr längst zur Weender Zeitgeschichte. Begonnen hatte alles schon 1918/19 als Sägewerk und Tischlerei der Firma Lange, 1934 kaufte die Gemeinde Weende das Gebäude aus der Konkursmasse und baute es zur ersten Weender Sporthalle um. 

Nach dem Krieg schwoll die Mitgliederzahl des Vereins an, die Übungsstunden wurden regelmäßig von 30 – 40 Kindern besucht. Die Halle war zum Bersten voll. Militärische Disziplin war angesagt, lange Reihen bildeten sich vor den wenigen Geräten. Auf Kokosläufern wurden Abgänge geturnt, für Handstände und Rollen musste der Hallenboden herhalten. Gleich neben dem Eingang stand ein gusseiserner Ofen, der im Winter nur ungenügende Wärme spendete. (Man sagt, die Winter seien damals noch richtige Winter gewesen). Und zur Turnstunde musste angeblich ein Brikett mitgebracht werden – Vereinsbeitrag in Naturalien.

1985
Gruppe von acht Personen mit Werkzeugen in einem unvollendeten Raum, umgeben von Erde und Mauerwerk.

Bauteam Turnzentrum

80 cm tiefe Gruben in Handarbeit für den Superweichboden

Mit dem Bau der Sporthalle der Hainbundschule verlor die Halle immer mehr an Bedeutung. Anfang der 80er Jahre war sie derart marode, dass sie kaum noch als Sportstätte diente.
Im Frühjahr 1985 tauschen die Turner den Turndress mit dem Arbeitskittel, die Reckriemchen gegen den Presslufthammer.
Zunächst galt es, ca. 150m² Fußbodenbelag herauszureißen, unter einer staubigen Schicht Glaswolle kam ein kunstvoll verlegter Parkettboden zum Vorschein. Aber auch dieser musste raus.
Derweil machten sich andere an die Empore.
Mit dem Lied von den Holzhackerbuam auf den Lippen und der Säge in der Hand wurde sie Stück für Stück zerlegt.

Als Hit stellte sich das Arbeiten mit dem Presslufthammer heraus. Niemand hatte zuvor ein solches Ding in der Hand gehabt.

Eine 15 cm dicke Betonschicht musste abgetragen werden, um anschießend –schipp-schipp-hurra - 80 cm tiefe Gruben in Handarbeit für den Superweichboden auszuheben.
Ein riesiger Berg Kies machte den umgekehrten Weg in die Halle. Für den Estrich waren dann anschießend die Profis am Werk.
Mehr als ein halbes Jahr täglicher Arbeitseinsätze, dann war aus dem ehemaligen Sägewerk „unsere“ Turnhalle geworden.

1990
Zuschauer beobachten Radrennen auf einer Velodrombahn in schwarz-weiß. Velofahrer in Aktion auf der Strecke.

In den 50er Jahren ist die Radbahn, "Am Sandweg" noch Schauplatz rasanter Rennen.
(Foto aus dem: Städtisches Museum)

Seit 1990 gibt es Radsport im Tuspo Weende, was sich daraus entwickelte ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Heute ist die Radportabteilung die mitgliederstärkste Abteilung des Vereins. Und die sportlich erfolgreichste. So wurde Tobias Buck-Gramcko im Jahr 2019 dreifacher Junioren-Weltmeister im Bahnradfahren.

2011
Gruppe von Menschen arbeitet gemeinsam daran, den Untergrund eines Sportplatzes mit Schaufeln zu bearbeiten.

Und im Jahre 2011 renovierten die Radsportler die Radrennbahn im Sandweg, die sich inzwischen zu einer nicht mehr wegzudenkenden Trainingsstätte entwickelt hat.

Göttingen verfügt seit einigen Jahren wieder über eine Radrennbahn. Das 400 Meter lange Asphalt-Oval steht im Stadion am Sandweg und wurde am 21. Mai 2011 offiziell wiedereröffnet. In den Jahrzehnten zuvor hatte die Bahn brach gelegen, ehe sie durch ein revolutionäres Vereinsprojekt des Tuspo in Eigenregie grundsaniert wurde.

2011
Kurve einer Radrennbahn mit rot und blau markierten Linien sowie einer weißen Ziellinie auf asphaltiertem Untergrund.

Dank unermüdlicher Eigenarbeit, starkem Engagement und natürlich einer Vielzahl von Spendern und Sponsoren stemmte der Tuspo das rund 150.000 Euro teure Projekt. Tuspos Radsport-Abteilungsleiter Holger Buch als Initiator des Projekts hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Sanierung so rund lief und Göttingen um eine Sportstätte reicher wurde. Außergewöhnlich an der Vorgehensweise war, dass durch Privatdarlehen direkt mit dem Umbau begonnen werden konnte.

„Es wäre utopisch gewesen, mit Spenden im Vorhinein (beispielsweise durch Topfkuchenverkauf) die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen. So kam die Idee mit dem Privatdarlehen“.

Schließlich hat die Göttinger Radrennbahn eine lange Tradition: Sie wurde 1954 eröffnet und zog fortan die Massen an. Allerdings nagte der Zahn der Zeit an dem Oval, sodass es 1974 durch eine Sanierung wiederbelebt wurde. Von 1990 bis 2010 lag die Bahn dann erneut brach. Bis der Tuspo dies mit seinem besonderen Sanierungs-Projekt änderte. Unter dem Titel „Ein fast vergessenes Sahnestück“ berichtete seinerzeit ein Göttinger Magazin von der anstehenden Sanierungsaktion.

Mit der Wiederbelebung der Radrennbahn wurde der Grundstein der erfolgreichen Nachwuchsarbeit gelegt: Schließlich gelang es, sichere Trainingsbedingungen abseits des Straßenverkehrs zu schaffen. Regelmäßig trainieren die Tuspo-Youngster nun auf dem Velodrom, feilen an ihrer Radtechnik und tragen Trainingsrennen aus. Das bisher beeindruckendste Ergebnis dieser Nachwuchsarbeit sind die drei (!) Titel von Tobias Buck Gramcko bei der Junioren-Bahnweltmeisterschaft im Jahr 2019. Aber auch Erwachsene sind auf dem Oval beim Intervall- oder Zeitfahrtraining anzutreffen.

2019
Modernes Gebäude mit großem Fenster und dem Logo „vereinte-vital“ an der Fassade, angrenzendes Wohngebäude sichtbar.

Weende Vital

Im Herbst 2019 eröffnete mit dem Weende Vital das Fitness und Gesundheitszentrum des Tuspo Weende seine Pforten.
Damit reagierte der Verein auf die sich ändernden Bedingungen der Sportlandschaft.
Der demografische Wandel führt zum Wachsen, der Bedeutung gesundheitsorientierter Bewegungsangebote, die Zielgruppe der ü 40 hat sich vom passiven Beitragszahler zum aktiven Nachfrager gewandelt.
Auch das individuelle Gerätetraining, bisher nicht das typische Sportvereinsangebot, erfreut sich wachsender Beliebtheit.
Vielfach lässt auch der Job einfach kein regelmäßiges Training zu bestimmten Uhrzeiten mehr zu. Auf all diese Veränderungen hat der Tuspo mit Weende Vital reagiert.

Qualität und individuelle Betreuung stehen dabei im Vordergrund, das Personal besteht ausschließlich aus ausgebildeten Kräften, teilweise mit jahrelanger Berufserfahrung.

Eine Studiomitgliedschaft ist auch immer an eine Vereinsmitgliedschaft gebunden. Dabei muss es sich aber nicht unbedingt um die Mitgliedschaft im Tuspo Weende handeln.
Mit anderen Vereinen wurden Kooperationsvereinbarungen mit dem Ziel getroffen, Weende Vital zum Studioangebot der Vereine im Norden von Göttingen zu machen. Ein in Niedersachsen, vielleicht sogar bundesweit einmaliges Konzept. Die Konkurrenz des Vereins ist schließlich längst nicht mehr der Nachbarverein, sondern der kommerzielle Anbieter.

 

 

 

2020
Feuerwehrgebäude in Weende mit Aussichtsturm und großen roten Garagentoren. Wolkiger Himmel im Hintergrund.

Die Weender Feuerwehr hat 2019 das neue Feuerwehrgerätehaus bezogen und das alte Gebäude neben der Turnhalle leer geräumt. Der Tuspo Weende hatte gegenüber der Stadt Göttingen sein Interesse bekundet, Gelände und Gebäude zukünftig zu nutzen. Zum Beginn des Sommers 2020 hat der Tuspo Weende das Feuerwehrgebäude übernommen. 
Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, die ein Nutzungskonzept erarbeiten sollte. Die Geschichte des Vereins wird sich dabei sicherlich fortschreiben: Ohne Eigenleistung geht nichts!

Zeichnung eines alten Feuerwehrhauses mit Türmchen, umgeben von Bäumen, datiert von 1885 bis 1934.

Historischer Rückblick 

Es war im Jahre 1934, als die Ortschaft Weende die Sägehalle der Firma Lange & Co übernahm und zur ersten Weender Turnhalle umbaute. Gleichzeitig errichtete sie an dessen Ostseite das Feuerwehrgerätehaus. Wesentliche Baumaterial waren Balken aus der abgerissenen Brauerei am Weendespring. Ob man damit aber die Grundlage für ein dauerhaftes Gebäude gelegt hatte, darf aus heutiger Sicht bezweifelt werden. Nach Fertigstellung konnte die Weender Feuerwehr das Gebäude beziehen. Zuvor hatte sie übrigens im Thiehaus in der Mitte des Altdorfes ihren Standort.  

Skizze eines Feuerwehrhauses mit Turm und Bäumen, datiert ab 1934, auf strukturiertem Hintergrund.

Zwischenzeitlich wurden Toiletten und Duschen angebaut, das Plumsklo im Garten war irgendwann doch mal out. Oder die Halle mit einem dicken Stahlträger verstärkt, weil sich das Obergeschoss langsam aber kontinuierlich in der Mitte absenkte. Vor allem aber wurden junge Männer zu Feuerwehrleuten ausgebildet – zum Nutzen der Allgemeinheit. Nicht nur viele vordere Plätze bei Wettkämpfen zeugen davon, dass man dies in Weende vorbildlich machte, einige der Kameraden, die in Weende ihr Handwerk erlernten, gingen später zur Berufsfeuerwehr. So etwas macht man nicht, wenn bei der Ausbildung nicht auch Spaß am „Feuerwehrmannleben“ vermittelt wird. Fast 90 Jahre wurde das Feuerwehrgerätehaus genutzt um der Weender Bevölkerung Schutz vor Feuer zu bieten. Dann musste etwas Neues her. Die Fahrzeuge wurden größer und passten nicht mehr in die Halle, eine Renovierung war nicht sinnvoll. So kam es zum Neubau an der neuen Weender Sporthalle. 

2020

125 jähriges Jubiläum des Vereins