Der Spieltag begann mit einer guten Neuigkeit: Nach den
Spielergebnissen des Samstags war für die zweite Damenmannschaft des
Tuspo Weende der Abstieg ausgeschlossen. So hieß es nun, befreit und
locker aufzuspielen gegen den Tabellenersten SV Borussia Salzgitter,
dem man sich im Hinspiel nur haarscharf im Tiebreak hatte geschlagen
geben müssen.
Nach den letzten Spielen, die für die Mannschaft recht enttäuschend ausgefallen waren,war das Ziel nun, an die Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen und den vorletzten Spieltag mit schönem Volleyball zu genießen. Die Befreiung des gesicherten Klassenerhaltes schien das zu sein, was die Mannschaft für die Umsetzung des Vorhabens brauchte. Unverkrampft spielte sie auf und hielt gegen den Tabellenersten gut mit. Bis zum 7:7 waren die Teams gleich auf, Weende oft sogar in leichter Führung, bis sich Borussia zum 7:11 absetzen konnte. Die Auszeit von Trainer Patryk Pochopien half zwar nicht gleich, dafür aber langfristig, sodass sich Tuspo getreu dem Motto "Punkt für Punkt" zum 12:13 heranarbeitete. Schon wieder lief Salzgitter zum 15:19 davon, wieder nahm Patryk Pochopien im richtigen Moment eine Auszeit und fand die richtigen Worte. Wieder bewies Weende Moral. Ausgleich bei 19:19. Weende war es gelungen, die Abwehr der Gegnerinnen durch sehr variables Spiel mit Hammerschlägen, lockeren aber gezielten Angriffen und gelegten Bällen zu knacken und verbuchte den ersten Satz mit 25:21 für sich. In der Satzpause hörte man von Salzgitter das Vorhaben (oder die Drohung?) "Jetzt spielen wir besser". Offensichtlich begriffen die Weender Spielerinnen es als Drohung, denn im zweiten Satz lief gar nichts mehr. Vor allem die Annahme von teilweise lockeren Aufschlägen stellte ein Bild des Schreckens dar, Farbe: schwarz. Der Angriff, wenn es denn mal einen gab, brachte auch kaum hellere Töne. So lautete der Endstand 25:4. Jetzt galt es, locker und vor allem positiv zu bleiben. Welche positiven Botschaften man aus einem 25:4 ziehen kann? Ganz einfach: 1. Es kann nur noch besser werden. 2. Nach nur einer Viertelstunde Spielzeit gibt es nicht so viele Minuten, die man vergessen muss. Wieder einmal schienen diese beruhigenden Erkenntnisse die richtige Botschaft für die Mannschaft zu sein. Der dritte Satz war wieder hart umkämpft: 1:1, 3:3, 6:6, 9:9. Beim 12:13 für die Borussia nahm Patryk Pochopien eine Auszeit - wohl eher für die Gegnerinnen, denn auf einmal zogen sie zum 18:12 davon. Doch diesmal buddelte sich die 2. Damenmannschaft allein aus dem Loch, in das sie gefallen war, und erreichte ein 19:20. Von jetzt an lagen die Salzgitteranerinnen zwar immer mit ein bis zwei Punkten vorn, doch Tuspo ließ sie nicht mehr weg - bis zum 21:24 für die Borussia. Das Allheilmittel Auszeit wirkte wieder einmal, Weende arbeitete sich heran zum 24:24. Doch der letzte Biss fehlte, der Satz ging mit 27:25 an die Gegnerinnen. Für den vierten Satz gab der Trainer die Devise: "Wir müssen aufpassen, dass wir Borussia nicht nur hinterherlaufen, sondern selbst in Führung gehen!" Der folgende Satz zeigte eindrücklich, wie sinnvoll es gewesen wäre, den Tipp zu beherzigen. Denn wieder verlief der Satz knapp, doch wieder war meist Salzgitter mit ein bis drei Punkten in Führung. Zwar zeigte Wende wieder einmal großen Kampfgeist, große Moral und große Ausdauer beim Hinterherlaufen und erspielte sich wieder einmal ein 24:24. Dennoch blieb es ein Hinterherlaufen und nach 33 Minuten musste die Mannschaft auch den vierten Satz mit 28:26 an Salzgitter abtreten. Doch mit dieser Leistung gegen den Tabellenersten konnte man getrost gegen den Tabellendritten antreten. Die Frage Patryk Pochopiens "Habt ihr vor, gegen Hann. Münden die gleiche Leistung zu zeigen?" bewies prophetische Gaben, denn ein unverständiges "Ja" seitens der Mannschaft, die nicht verstehen konnte, wie man so eine Frage stellen konnte, war leider voreilig. Vielleicht bezog sich die klare Zusicherung, man wolle genauso auftreten wie gegen Salzgitter, auch eher auf den zweiten Satz des ersten Spieles. Jedenfalls hatte die Mannschaft im zweiten Spiel plötzlich vergessen, was ein Volleyball, ein Netz und ein Spielfeld sind. Der Trainer versuchte, mit Auszeiten bei 6:12 und 10:18 zu retten, was nicht zu retten war. Der erste Satz ging an Münden mit 25:18. Leider konnte sich die Mannschaft, die im ersten Spiel so beeindruckende Moral erwiesen hatte, diesmal nicht aufrappeln. Auch im zweiten Satz ging Münden schnell in Führung. Zugegebenermaßen war die Mannschaft mit extrem stabiler Abwehr schwer zu knacken. Sowohl gelegte Bälle auf dem Marktplatz und am Netz als auch lang geschlagene Bälle in die Ecken holte Münden mit Leichtigkeit. Weende versuchte es noch einige Male mit Angriffen im Aus oder Netz, aber auch die brachten keine Punkte. Endstand: 25:16 für Münden. Mit Tuspo schien es Satz für Satz bergab zu gehen. Patryk Pochopien tat von der Trainerbank aus alles, was ihm möglich war mit Wechseln und mit Auszeiten. Vielleicht hätte er in den Auszeiten statt Volleyballtipps auch erstmal Hinweise zur sportlichen Früherziehung geben sollen, denn die Spielerinnen schienen sich nicht einmal mehr an die Grundlagen des Ballsports zu erinnern. Das Spiel wurde immer statischer und die Hoffnung auf den Sieg ging in die Hoffnung über, dass sich die Spielerinnen auf dem Feld keine Erkältung holten. Satzende bei 25:12. "Na ja", viel mehr kann man zu dem Spiel gegen Münden nicht sagen. Trotzdem war es toll, dass die Mannschaft gegen die SV Borussia Salzgitter mal wieder gezeigt hat, was sie eigentlich kann. Im letzten Spiel gegen Goslar wird sie dies hoffentlich noch einmal tun und damit eine Saison mit sowohl lichten Höhen als auch dunklen Tiefen zu einem Ende bringen, das zu feiern sich lohnt.




Fotos: Bernd Großkopf |